Hier ein paar Test bzw. Erfahrungen von mir.

OWB-Filter

 

Dieser Filter ist ein "Original White Balance" Filter in Clip-Ausführung für die Eos Kamera.

Er soll bewirken, dass man eine astromodifizierte Kamera wieder für Taglichtaufnahmen benutzen kann. Er stellt praktische den originalen Weißabgleich wieder her.

Ich habe mir diesen Filter über das Internet bestellt.

Er kam nach ca. 2 Wochen aus Singapore bei mir an.

Ich habe dann mal Testfotos gemacht.

Einmal mit meiner Eos 450d und mit der 700da mit OWB-Filter.

siehe unten.

Links das Bild mit der 450d und rechts das mit der 700da.

Ich würde mal behaupten: es funktioniert.

Es war beides Mal das selbe Objektiv und die selben Einstellungen (Blende, Zeit, Iso)

 

Demnächst gibt es hier auf Wunsch eines Astrokollegen Vergleichsfotos mit der 700da ohne OWB und einmal mit OWB.

 

 


Explore Scientific ED 80/480 FCD 100

 

Von einem Bekannten von mir habe ich den o.g. Refraktor zu testen bekommen.

Es handelt sich um einen 3 Linser "Apo" mit einem Glaselement aus FCD 100 ( dies soll ähnlich dem FPL 53 sein )

 

Hier erst einmal die technischen Daten:

Öffnung: 80 mm

Brennweite: 480 mm

Länge eingefahren ca. 340 mm

Länge mit ausgefahrener Taukappe und OAZ ca. 440 mm

Der Okularauszug ist der Hexafoc mit Zahnstangenauszug, der um 360 Grad rotierbar ist.

Verstellweg OAZ ca. 45 mm

 

Visueller Test am 24.02.2017

Testbedingungen waren ganz gut, relativ gutes Seeing.

Okulare waren 28 mm Maxvision, 14 mm 8,8 mm 6,7 mm und 4,7 mm ExploreScientific mit 82 Grad.

Zentispiegel war ein Skywatcher 2"

Erstes Objekt war der Orionnebel mit dem 2" 28 mm Übersichtsokular (17-fache Vergrößerung) um den Sucher einzustellen.

Leider musste ich feststellen, dass ich mit dem 28 mm Okular nicht in den Fokus kam. Es fehlten etwa 10 mm. Also nahm ich eine 35 mm 2" Verlängerung und schon klappte es.

Der Nebel war sehr schön zu sehen, die Sterne Punktförmig, das Trapez sehr schön zu erkennen.

Danach ging es mit dem 14 mm und dem 8,8 mm weiter (34-fach und 54-fach). Die Trapezsterne waren sehr schön getrennt zu sehen und keinen Hauch von Farbe.

Der Nebel zeigte schon Ansätze von feinen Strukturen.

Danach schwenkte ich auf M38. Als Okular kam wieder das 14 mm ES rein.

M38 zeigte sehr viele Sterne die wie Nadelstiche aussahen. Das Bildfeld war bis zu ca. 90 Prozent eben, nur ganz außen am Rand waren die Sterne leicht komentenhaft verzogen.

Nun schwenkte ich zu Sirius zurück um zu gucken wie "bunt" der kleine Apo abbildet.

Zuerst das 14 mm und dann immer weiter bis zum 4,7 mm (102-fach) vergrößert.

Es war kein Farblängsfehler aufgrund der Optik zu erkennen. Klar hatte  Sirius einen blauen und eine roten Saum, der kommt aber durch die atmosphärischer Dispersion.

Dann mal auf Pollux geschwenkt um mir die Beugungsbilder anzusehen. Dafür das 4,7 mm ES und eine 2,5-fach Powermate genommen ( 255-fache Vergrößerung )

Intrafokal sehr schön getrennte Beugungsringe zu sehen, extrafokal leider nicht ganz so deutlich. Ich meine einen ganz leichten Hauch von Koma gesehen zu haben, aber ob das von dem ES 80/480 kommt oder von dem Einsatz der Barlow und dem 4,7 mm Okular kann ich nicht sagen.

Im Fokus zeigte der Stern einen ganz leichten blauen Saum. Der Stern an sich war schön weiß.

 

Als letztes habe ich versucht mit meiner EOS 450 d und dem ES-Flattener in den Fokus zu kommen.

Ja, Betonung liegt hier auf versucht !!!

Leider schaffte ich es nicht mit der Kamera und einer 35 mm Verlängerung in den Fokus zu kommen. Auch hatte ich es mit dem Zenitspiegel versucht, aber da lag ich dann zu weit außerhalb vom Fokus.

Der ED 80 hat also genügend Backfokus für div. Anbauteile.

Leider lagen keine Verlängerungshülsen für den OAZ dabei aber ich weiß ja auch nicht ob die serienmäßig dabei sind oder nicht.

 

Zusatz: Nach Rücksprache mit meinem Kollegen von dem ich den Apo habe steht fest, es sind normaler Weise Distanzhülsen dabei. Er hatte die schlichtweg einfach vergessen mir mitzugeben.

 

 

Fazit:

Ein sehr schönes Gerät mit einem sehr sehr geringen Farblängsfehler.

Bei normaler Beobachtung wird man ihn nicht bemerken.

Der Okularauszug läuft sauber und ist bestimmt für Kameras geeignet.

Die 360 Grad Rotation könnte etwas besser sein. Löst man die Klemmschraube ist der Spiel zu groß.

Der Sucherhalter ist leider nicht ein Standard - Sucherhalter .

Der Backfokus ist sehr groß.


12 Zoll Ritchey-Chrétien

im Truss-Carbon Tubus

Öffnung: 304 mm

Brennweite: 2432 mm

Öffnungsverhältnis: f/8

 

Dieses Gerät ist eigentlich ein Sternwartengerät.

Da es sich nicht um das aktuelle Modell handelt, sondern das Modell davor habe ich es günstiger bekommen und vielleicht habe ich ja irgendwann mal eine kleine Sternwarte.

Der Preis vom Aktuellen liegt bei gut 3700,--

Unterschied ist, dass hierbei der Okularauszug nicht seperat justierbar ist.

Da ich nur eine von VTSB modifizierte NEQ-6 haben, muss der RC darauf erstmal Platz nehmen.

Der RC hat ein Gewicht mit Kamera um 25 kg. Eigentlich viel zu viel für eine normal NEQ-6, aber erstaunlicher Weise sitzt er ganz gut auf meiner Montierung.

Scharfstellen funktioniert ganz gut und die Ausschwingzeit bei einem etwas kräftigen Schubser liegt zwischen 2,2 und 2,4 sek.

Die Verarbeitung des Ritchey-Chrétien sieht sehr gut aus. Alles ist sehr wertig.

Die Justage ist ähnlich wie bei einem normalen Newton. Hinten sind Zug- und Druckschrauben und am Fangspiegel 3 Justageschrauben.

Der Okularauszug ist ein Monorail. Gut, es gibt bessere. Ich hoffe er trägt meine EOS mit Off-Axis-Guider.

Um mit allen in den Fokus zu kommen sind 3 Verlängerungshülsen mit insgesamt 100 mm Länge dabei, die man zwischen Teleskop und OAZ schrauben kann. (Oben auf dem Bild ist die Lange verschraubt. Es gibt noch zwei kürzere Hülsen)

 

Leider gibt es keinen Sucherschuh am Teleskop. Ich werde erst einmal ein Telrad an einer der beiden Losmandy Prismenschienen befestigen. (sinniger Weise an der oberen)

 

Leider hatte es mit meiner geplanten Sternwarte nicht geklappt, deswegen wurde der schöne RC wieder verkauft.